Geldanlagen

Immer tiefere Zinsen: So schützen Sie jetzt Ihr Vermögen

Die Schweizerische Nationalbank senkt die Zinsen. Ersparnisse verlieren laufend an Wert. Organisieren Sie Ihr Geld richtig und vermeiden Sie hohe Gebühren. 

Portrait von Karl Flubacher
Karl Flubacher
Geschäftsleiter Region Nordwestschweiz und Westschweiz
Publiziert am
28. März 2025

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat ihren Leitzins bereits mehrmals gesenkt. Neu liegt er bei 0,25 Prozent. Damit sind auch Negativzinsen nochmals ein Stück näher gerückt. Diese Strafzinsen hatten von 2015 bis 2022 weitreichende Folgen. Aus dieser Zeit kann man ein paar Dinge lernen:

Das Ersparte schrumpft

Die Sparzinsen tendieren gegen null, und Sparkonten werden noch mehr zum Verlustgeschäft: Nach Abzug von Steuern und Inflation schmilzt das Geld regelrecht weg. Bei Ersparnissen von beispielsweise 350'000 Franken und 0,1 Prozent Zins erhält man zwar 350 Franken Ertrag. Zieht man davon aber 1200 Franken Steuern und 1 Prozent Inflation ab, bleibt unter dem Strich ein Verlust von 4350 Franken. Es braucht über 1,7 Prozent Zins auf dem Konto, damit die Ersparnisse zumindest erhalten bleiben (Tabelle unten).

Viele Schweizer Haushalte horten zu viel Geld auf kaum verzinsten Konten. Deshalb sollte man seine Ersparnisse richtig organisieren. Das Privatkonto dient als Lohnkonto und als Liquiditätsreserve. Dort sind die Gelder gut aufgehoben, die man kurzfristig für den Lebensunterhalt und den Zahlungsverkehr benötigt.

Merkblatt
Merkblatt

Konto oder Wertschriften? So organisieren Sie Ihre Ersparnisse

Dieses Merkblatt zeigt auf, wie Sie immer flüssig bleiben und trotzdem über die Jahre eine ansehnliche Rendite erwirtschaften können.

Auf dem Sparkonto ist der Zins meist etwas höher als auf dem Privatkonto. Es eignet sich vor allem als Liquiditätsreserve und für Rücklagen für künftige Investitionen und Anschaffungen. Meistens reicht es, wenn man einen halben bis maximal einen ganzen Jahreslohn auf dem Sparkonto lässt. Einen Teil der Ersparnisse, die man über Jahre nicht benötigt, sollte man in die Pensionskasse und die Säule 3a einzahlen.

Über dieses Geld kann man dann zwar bis zur Pensionierung nicht mehr verfügen. Aber so spart man Steuern und hat nach der Pensionierung mehr Geld zum Leben zur Verfügung. Einen weiteren Teil der Ersparnisse sollte man zudem in Wertschriften investieren. Der Wert des Guthabens kann schwanken, langfristig wird man dafür mit einer höheren Rendite belohnt (mehr dazu weiter unten).

Die Gebühren steigen 

Banken geben tiefe oder negative Zinsen auch indirekt weiter: Sie verrechnen ihren Kunden mehr für Konto, Karte und Depot. 

Tipp: Prüfen Sie genau, wie viel Sie bezahlen. Wechseln Sie bei Bedarf zu einem günstigeren Anbieter. 

Es braucht mehr Risiko

Je tiefer die Zinsen, desto weniger werfen Obligationen ab. Wer eine vernünftige Rendite erwirtschaften will, muss höhere Risiken eingehen. Je nach Risikofähigkeit und -bereitschaft lohnt es sich, einen Teil des Geldes in Aktien anzulegen. Der Wert des Guthabens kann stark schwanken, langfristig wird man dafür mit einer höheren Rendite belohnt. 

Tipp: Halten Sie die Gebühren tief. Gebühren fressen die Rendite weg. Attraktiv sind kostengünstige ETF. Diese investieren wie herkömmliche Fonds in unterschiedliche Wertschriften und verteilen so das Anlagerisiko. Aber sie verzichten bewusst auf ein teures Management. Deshalb liegt ihre Rendite nahe an der Marktrendite und sie sind einiges günstiger.

Hypotheken sollten weniger kosten 

Sinken die Zinsen, sollten auch Hypotheken günstiger werden – viele Banken geben die Zinssenkungen aber nicht vollständig an die Kunden weiter.

Tipp: Schliessen Sie zumindest einen Teil als Geldmarkthypothek ab (Saron). Im langfristigen Vergleich waren sie meistens günstiger als Festhypotheken, auch in der letzten Negativzinsphase. Steigen die Zinsen, können Sie immer noch in eine Festhypothek wechseln. 

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